Entwicklung

Zu der Entwicklung eines Wurfes gilt es zu bedenken, dass es natürlich auch von der Wurfgröße abhängt, wie schnell die Entwicklung vonstatten geht, denn ein Einzelkind wächst durch das große Nahrungsangebot wesentlich schneller als beispielsweise ein 5-lings Wurf. Doch habe ich im Folgenden einen durchschnittlichen Entwicklungsweg aufgelistet, wobei einige Phasen auch immer ein paar Tage früher oder später erreicht werden können.

Bei der Geburt der Jungtiere sind die Stacheln zwar schon vorhanden, aber unter einer dünnen Schicht gelegen, die wenige Stunden nach der Geburt austrocknet. Sie dient dazu, die Mutter bei der Geburt vor den Stacheln und somit Verletzungen zu schützen. Zu diesem Zeitpunkt haben die Jungtiere etwa 100 Stacheln, die alle gleichmäßig von einer Mittellinie, die sich vom Kopf bis zum Schwanz zieht und bei adulten Tieren noch am Kopf als Scheitel erkennbar ist, ausgehen. Ansonsten sind sie nackt, blind, taub und dadurch absolute Nesthocker. In den ersten Tagen sind die Stacheln reinweiß, die Pigmente kommen erst etwas später zum Vorschein. Mit 4-5 Tagen haben die Jungtiere bereits einen deutlichen Wachstumsschub hinter sich und die ersten Pigmente sind nun zu erkennen. Mit ca. 9-10 Tagen sind sie wieder ein ganzes Stück gewachsen, die Farbe wird langsam erkennbar und die ersten Fellstoppeln brechen durch. Zwischen zwei und drei Wochen öffnen sich Augen und Ohren und auch das Fell sowie das Stachelkleid werden dichter. Ab der dritten Wochen fangen die Jungtiere langsam an aktiv zu werden und das Nest zu verlassen. Mit ca. 4 Wochen laufen sie ebenfalls durch das Terrarium und fressen langsam selbstständig feste Nahrung. Außerdem sind sie sehr an ihrer Umgebung interessiert und alles wird genau erkundet und vorallem abgeleckt, woraufhin sich die Jungtiere dann immer wieder genüsslich einspeicheln. Jetzt ist auch der richtige Zeitpunkt, sie langsam an den Menschen zu gewöhnen. Mit 6-8 Wochen erreichen die männlichen Jungtiere ihre Geschlechtsreife und sollten von Mutter und Schwestern getrennt werden, um unkontrollierten Nachwuchs zu vermeiden und die Mutter zu schonen, denn sie wird dann bald von ihren eigenen Söhnen verfolgt und bestiegen, was sie unter starken Stress setzt. Ab 8 Wochen und einem Mindestgewicht von 180 Gramm können die Igel dann in ihr neues zu Hause ziehen.

Vollständig ausgewachsen ist ein Weissbauchigel mit ca. 5-6 Monaten. Bis dahin hat er auch das sogenannte Quilling (den Stachelwechsel) durchgemacht und besitzt nun sein "Erwachsenen-Outfit". Auch eine eindeutige Farbbestimmung ist erst jetzt möglich, da die Tiere während des Quillings aufhellen oder nachdunkeln können.