Ernährung

Um unseren Weissbauchigeln ein möglichst artgerechtes und gesundes Leben zu ermöglichen ist auch bei der Futterwahl einiges zu beachten.
Jeder Igel ist anders und nicht jedem schmeckt das, was dem anderen schmeckt. Daher sollte man einfach etwas experimentierfreudig sein, um herauszufinden, was seinem Igel schmeckt.

Am aller wichtigsten bei der Ernährung unserer Igel ist ein abwechslungsreiches Angebot!
Als Grundnahrung eignet sich ein hochwertiges Katzentrockenfutter, dieses erkennt man daran, dass der Fleischanteil besonders hoch ist. Zur Zeit probiere ich das Teilbarfen (d.h. Ernährung mit rohem Fleisch) der Igel, möchte dazu aber noch keine weiteren Tipps geben, da ich mir noch nicht über die notwendigen Supplemente sicher bin.
Einige Igel nehmen auch gerne Katzennassfutter an, was man ihnen ein- bis zweimal die Woche füttern kann. Auch hier gilt, dass der Fleischanteil besonders hoch sein sollte.
In freier Wildbahn essen Weissbauchigel überwiegend Insekten, weshalb man diese auch in der Terrarienhaltung regelmäßig anbieten sollte. Hier eignen sich beispielsweise Mehlwürmer und Zophobas, die aber einen sehr hohen Fettgehalt haben, Schaben, Grillen und Heuschrecken, die nicht ganz so fettreich sind und deshalb eher für übergewichtige Igel geeignet sind. Grundsätzlich kann man aber alle erwerbbaren Futterinsekten an die Igel verfüttern. Doch sollte man auf eine gesunde und vitaminreiche Ernährung der Insekten achten, denn ein Futterinsekt ist nur so gut wie sein Futter selbst!
Gerne genommen werden auch Babymäuse, die man in vielen Zooläden gefroren kaufen kann. Diese kann man dann portioniert auftauen und in Zimmertemperatur verfüttern.
Um den Igeln noch ein wenig mehr Abwechslung zu bieten kann man auch mal für sie kochen: dafür kommt ungewürztes Rührei, gekochtes Hühnchen, Puten- oder Rindfleisch und Schabefleisch (vom Rind) oder gekochter Fisch in Frage. Ist man sich der Frische und Qualität des erworbenen Fleisches sicher, kann man es auch roh verfüttern. Bei der Fütterung von Fleisch sollte man aber immer darauf achten, dass es schnell verzehrt oder nach kurzer Zeit wieder aus dem warmen Terrarium entfernt wird, bevor es schlecht wird.
Wichtig: Jede Nahrung sollte stets mit Zimmertemperatur angeboten werden, da zu kaltes oder gar heißes Futter für Igel schädlich ist!
Auch ein Stück Obst ist ab und an etwas ganz besonderes, doch sollte dies aufgrund der Durchfallgefahr nicht zu oft verfüttert werden. Geeignet sind zum Beispiel Apfel, Banane und Wassermelone.

Was auf keinen Fall gefüttert werden darf:

  • gewürzte oder süße Speisen
  • Milchprodukte (diese sind unverträglich und führen zu starken Durchfällen)
  • Kohlgemüse
  • kaltes/gefrorenes oder heißes Futter

Ernährung der Futterinsekten

Da die Futterinsekten nur so gesund sein können, wie ihr Futter selbst, sollte man auch hier einiges beachten. Hat man Insekten gekauft, sollte man sie nicht sofort verfüttern, da sie in der Vergangenheit in den meisten Fällen mit minderwertigem Futter ernährt wurden. Aus diesem Grund sollte man sie zumindest ein paar Tage anfüttern. Zuerst einmal füllt man die Insekten in größere Behältnisse um, damit sie nicht übereinander liegen und somit eventuell feucht werden. In das Behältnis gibt man dann einige Eierkartons, die den Insekten als Rückzugsort dienen. Nun kommt es auf die Insekten an, wie weiter vorgegangen wird:

Mehlwürmer: diese werden mit einer Mischung aus trockenem und frischen Futter versorgt. Als Grundlage eignet sich ein Futter aus Kleie, Haferflocken, Weizenmehl und Sojamehl. Auch etwas Trockenhefe kann gegeben werden. Zusätzlich sollte alle paar Tage Grünfutter gereicht werden. Hier eignen sich Salat, Löwenzahn, Karotten und Äpfel. Übrig gebliebenes Grünfutter sollte regelmäßig entfernt werden, damit es nicht anfängt zu schimmeln.

Zophobas: sie werden annähernd so ernährt wie Mehlwürmer, allerdings stellt hier frisches Futter den Hauptanteil. Am liebsten genommen werden Früchte. Ansonsten sollte man auch hier eine Mischung aus Kleie, Haferflocken, Weizenmehl und Sojamehl verfüttern. Acuh Katzentrockenfutter wird angenommen.

Argentinische Waldschaben: Schaben kann man ausschließlich mit Trockenfutter ernähren, aber die zusätzliche Gabe von Grünfutter halte ich für äußerst sinnvoll. Als Trockenfutter eignet sich eine Mischung aus Kleie, Haferflocken, Sojamehl, Bierhefe und Katzentrockenfutter. Werden die Schaben nur trocken ernährt, muss man besonders auf die Zugabe von ausreichend Wasser achten. An Feuchtfutter wird einiges gefressen, wie z.B. geraspelte Karotten, Äpfel, Birnen, Bananen und weitere Obstsorten. Zusätzlich kann auch Fruchtjoghurt verfüttert werden, den man am besten in einer ganz flachen Schale (Marmeladendeckel) anbietet.

Heuschrecken, Heimchen: sie werden am besten mit frisch gekeimten Gräsern (z.B. Katzengras), frischem Löwenzahn, angefeuchtetem Heu und Haferflocken ernährt.

Grillen: gerne gefressen wird Gurke. Des Weiteren sind Gräser und Haferflocken geeignete Futtersorten. Auch Obst und andere Gemüsesorten können verfüttert werden, doch sollte man genau darauf achten, dass diese nicht schimmeln, wenn sie nicht sofort verzehrt werden.