Gesundheit

Da es selbst bei den besten Haltungsbedingungen zu gesundheitlichen Problemen der Igel kommen kann, gibt es einige Dinge, die man beachten sollte, um seine Tiere gesund zu erhalten und im Ernstfall frühzeitig ein Problem zu erkennen.

Gesundheitscheck

Als Halter ist man für die Gesunderhaltung seiner Tiere verantwortlich und muss sie täglich einer kurzen Gesundheitskontrolle unterziehen, um frühzeitig eine mögliche Erkrankung feststellen zu können.

Worauf muss man bei dieser Kontrolle achten?

  • hat der Igel irgendwelche Wunden? (Beißerei oder scharfe Einrichtungsgegenstände)
  • sind die Augen klar?
  • ist die Nase frei von Verklebungen und Ausfluss?
  • ist der After sauber und trocken?
  • sind im Stachelkleid oder Fell kahle Stellen?
  • hat sich das Tier etwas um die Beine gewickelt? (Haare o.ä.)
  • verhält es sich normal und bewegt sich unauffällig?
  • hat es appetit? Frisst es problemlos?

Außerdem sollte man den Igel in regelmäßigen Abständen wiegen, um eventuelle Gewichtsschwankungen frühzeitig erkennen zu können. Diese können verschiedene Ursachen, wie z.B. Parasiten oder Stress, haben und sollten behandelt werden.

Wenn einem irgendetwas komisch vorkommt oder das Tier sich auffällig verhält, sollte man so schnell wie möglich einen Tierarzt aufsuchen.

Da es sich bei Weissbauchigeln aber um Exoten handelt und nicht jeder Tierarzt mit ihnen umzugehen weiß, sollte man sich schon rechtzeitig nach einem fachkundigen Tierarzt umschauen, um im Notfall schnell reagieren zu können.

Wichtig ist es, immer auf Hygiene zu achten, d.h. das Terrarium sowie alle Einrichtungsgegenstände regelmäßig zu säubern und in Abständen zu desinfizieren. Auch die Schalen sollten täglich gereinigt und frisch gefüllt werden. Wenn man sich täglich mit seinen Tieren beschäftigt und sie beobachtet, hat man die besten Chancen eine mögliche Krankheit frühzeitig zu erkennen und behandeln zu lassen.

Igelpilz

Mir liegt es an dieser Stelle sehr am Herzen über den sogenannten "Igelpilz" zu berichten, da er immer wieder bei Igelhaltern auftritt und dann zu großen Sorgen führt.

Zu der natürlichen Hautflora eines Igels zählt der Trichophyton erinacei (Igelpilz). Ein Igel kann Träger dieses Pilzes sein, ohne dass er selbst erkrankt ist und Symptome wie Juckreiz, Stachelausfall, Bläschen, Auflagerungen auf der Haut oder gerötete Hautstellen aufweist. Der Pilz kann nach Kontakt mit dem Tier bei seinem Halter auftreten, gerade wenn dieser zur Zeit ein geschwächtes Immunsystem (Stress, Krankheit, Medikamente...) hat. Es beginnt zunächst meist mit einer einzelnen stark juckenden Blase an der Kontaktstelle (bevorzugt Hände). Diese beginnt zu nässen und breitet sich weiter aus. Unbehandelt erstreckt sich der Pilz langsam aber sicher über die gasamte Haut und wird immer unerträglicher. Daher sollte man rechtzeitig seinen Hautarzt aufsuchen und ihn auf diesen Pilz ansprechen. Dieser sollte dann eine Pilzkultur anlegen, um den Verdacht zu bestätigen. Mit den richtigen Medikamenten ist der Pilz gut wieder in den Griff zu bekommen, doch sollte man bei der Behandlung etwas Geduld einplanen. Spricht man die Ärzte nicht auf diesen Verdacht an, behandeln diese leider oft in eine völlig falsche Richtung, weil sie nicht an einen Pilz glauben. Hier stellt vor allem Cortison ein großes Problem dar, das dies das Wachstum des Pilzes fordert und ihn noch schneller wachsen lässt.

Da der Pilz zur natürlichen Hautflora der Igel gehört, werden diese auch nur behandelt, wenn er auch bei ihnen ausbricht. Dafür gibt es bestimmte Lösungen beim Tierarzt, in denen man die Tiere baden muss. Unbehandelt kann der Pilz bei den Igeln zum Tod führen.

Um einer Übertragung vom Igel auf den Menschen entgegenzuwirken, sollte man sich nach jedem Kontakt mit dem Igel die Hände desinfizieren.             

Krankheitsfall

Aber auch wenn man noch so aufmerksam und bedacht ist, kann es zu unerwarteten Krankheiten kommen. Dabei kann es sich z.B. um Durchfall, Würmer, Wunden (Entzündungen), Pilzinfektionen, Wurm- oder Milbenbefall, Tumore, Lungenentzündung, Augenentzündungen oder Brüche handeln. Ich möchte an dieser Stelle nicht genauer auf die einzelnen Erkrankungen eingehen, da in einer solchen Situation immer eine individuelle Behandlung durch einen erfahrenen Tierarzt erfolgen sollte.

Bei allem gilt: je eher man einen Tierarzt aufsucht, desto schneller und effektiver kann dem Tier geholfen werden!

Da leider immer mal wieder Fälle von Rachitis auftauchen, möchte ich an dieser Stelle noch mal genauer auf das Thema eingehen:

Um ein gesundes Wachstum der Weissbauchigel zu gewährleisten, sind besonders Calcium und Phosphor von großer Bedeutung. Doch ist es wichtig, dass sie den Tieren in Verbindung mit Vitamin D3 zugeführt werden, da es erst dadurch in den Knochen angelagert werden kann.

All diese Stoffe finden sich in hochwertigen Futtersorten, deshalb ist es auch so wichtig, auf eine gesunde Ernährung zu achten. Des Weiteren ist bei der Fütterung von Insekten im Jungtieralter Vorsicht geboten, da einigen diese Stoffe fehlen und es so zu Mangelerscheinungen kommen kann. Dem kann man mit einer abwechslungsreichen Insektengabe (Grillen, Heuschrecken, Schaben, Wachsraupen, Mehlwürmern, Zophobas, etc.), einer gesunden und vitaminreichen Ernährung der Insekten und der Gabe von Zusatzpräperaten, wie z.B. Nekton MSA (immer auf die Dosierung achten, denn eine Überdosierung ist schädlicher als eine Unterdosierung) entgegenwirken.

Wird diese Krankheit rechtzeitig erkannt (dies ist mit Hilfe von Röntgenbildern möglich), kann man sie durch Medikamente und eine Futterumstellung aufhalten.

Erste Anzeichen für diese Erkrankung sind, dass die Igel im Wachstum zurückbleiben und zunehmend teilnahmsloser werden. Auch verdickte Gelenke sind ein häufiges Anzeichen. Darauf folgen erste Lähmungserscheinungen, die sich immer weiter verschlimmern. Oft versterben die Tiere bereits früh an ihrer körperlichen Schwäche.