Verhalten

Weissbauchigel legen die verschiedensten Verhaltensweisen an den Tag, die schon bei so manchem Halter zu Verwirrungen geführt haben. Daher zähle ich hier einmal die Wichtigsten auf:

Aktivität: Bekanntermaßen sind Weissbauchigel nachtaktiv, daher können sie ziemlich missgelaunt reagieren, wenn man sie am Tag weckt. Dies sollte man auch möglichst vermeiden, da es die Tiere  unter starken Stress setzt. Einzig wenn ein Igel krank ist und zum Tierarzt muss oder seine Medikamente benötigt, kann man ihn kurz am Tag wecken.

"Nuffen": Hierbei handelt es sich um ein natürliches Abwehrverhalten von Igeln. Fasst man sie unerwartet an, oder sind sie in ihrer Umgebung noch neu und kennen ihre Besitzer noch nicht so gut, erschrecken sie sich schnell, rollen sich zusammen und geben einen knurrenden bis zischenden Laut von sich, den man als Nuffen bezeichnet.

Der Kontaktbiss: oft führt dieser Biss zu Verwunderungen bis hin zu Enttäuschungen, doch dahinter steckt ein völlig normales Verhalten für Igel und es ist keineswegs böse gemeint.
Beißt ein Igel z.B. in den Finger des Halters dient das einzig und allein der Kontaktaufnahme.
Natürlich kann es auch mal vorkommen, dass man vorher beispielsweise Nahrungsmittel angefasst hat, die besonders schmackhaft riechen und der Igel diese „probieren“ wollte.

Das Einspeicheln: treffen Igel auf für sie neue, unbekannte Gerüche, die von Futter oder Gegenständen ausgehen können, fangen sie oft an sich einzuspeicheln. Dabei können sich die Igel ordentlich verrenken. Dieses Verhalten beruht darauf, dass die Igel ein Jacobsches Organ besitzen und durch dieses Verhalten Gerüche "verarbeiten". Besonders Jungtiere reagieren oft mit diesem Verhalten in den verschiedensten neuen Situationen, die von ungewohnten Gerüchen begleitet werden.

"Piepen": Weissbauchigel sind gar nicht so still, wie manch einer erwarten würde. In manchen Situationen kann man ein Piepen von ihnen hören. Dies ist z.B. bei Jungtieren der Fall, die nach ihrer Mutter "rufen". Aber auch männliche Tiere geben diesen Ton von sich, wenn sie auf ein Weibchen treffen, da es sich um einen Paarungslaut handelt. Da einige Männchen von ihren Hormonen "gebeutelt" sind, kann es auch vorkommen, dass in einer Männer-WG gepiept wird, wenn der eine den anderen für ein Weibchen hält. Darum muss man sich aber keine Gedanken machen, solange kein Beteiligter unterdrück oder gestresst wird. Daher regelmäßig das Gewicht kontrollieren!

Rangordnung: In jeder Weissbauchigel-WG, egal ob Weibchen oder Männchen, wird eine Rangordnung zwischen den Tieren festgelegt. Daher kann es immer mal wieder zu Rangeleien kommen, bei denen sich die Tiere schubsen und sich gegenseitig in die Stacheln beißen. Auch wenn ein neues Tier dazu kommt, wird eine neue Rangordnung festgelegt. Dabei gilt: nicht dazwischen gehen, solange kein Blut fließt! Die Rangordnung muss geregelt werden, und wenn man immer wieder dazwischen geht, kommt keine Ruhe in die Gruppe.